Marketing Kolumne aus dem magazin der Mittelstand zum Thema Augmented Reality

Augmented Reality – Wie können mittelständische Unternehmen diese Technologie in der Werbung nutzen?

Als Fußballfan kennen Sie Augmented Reality (AR) bereits seit einigen Jahren aus den Spielübertragungen im Fernsehen. Vielleicht nicht dem Namen nach, aber wenn bei einem Freistoß in das laufende TV-Bild die Entfernung zum Tor mit einer Linie und einer Entfernungsangabe eingeblendet oder ein Kreis um den Spieler gezogen wird, der die Entfernung zu den Gegenspielern anzeigt, ist auch AR im Spiel. Ebenso wie bei Head-up-Displays auf der Windschutzscheibe. Und wenn Sie Kampfpilot sein sollten, ist das ohnehin ein alter Hut für Sie, denn hier ist AR bereits seit vielen Jahren im Einsatz. Aber auch für Ihre Werbung bietet diese Technik viele interessante Möglichkeiten.

Vorab eine kurze Begriffserklärung: Augmented Reality bedeutet soviel wie „erweiterte“ oder „ergänzte Realität“, im engeren Sinne ist hier die computergestützte Realitätswahrnehmung gemeint, die immer häufiger auch interaktiv genutzt wird.

Wie funktioniert Augmented Reality?
Vereinfacht dargestellt werden bei AR Inhalte wie Bilder, Grafiken, Filme oder Informationen online hinterlegt, mit einem bestimmten Muster (dem Marker) verknüpft und ausgespielt, wenn die Kamera des jeweiligen Geräts dieses Muster erkennt. Zusätzlich können auch GPS-Informationen herangezogen werden. Die Voraussetzungen für AR sind entweder ein PC mit Kamera und Internetzugang, Webbrowser und einem gedruckten Marker (z. B. ein bestimmtes Muster, eine Grafik oder ein Foto) oder ein Smartphone mit Kamera, einem Internetzugang oder einer nativen App oder AR Browser. Stationär, z. B. auf Messen, kann man auch ein Terminal mit Kamera und einer Augmented Reality Software nutzen.

Wo wird Augmented Reality genutzt?
Das bekannteste Augmented Reality-Projekt ist wohl „Google Glass“, das der Suchmaschinengigant 2012 als  Forschungsprojekt vorgestellt hatte. Diese Brille mit integrierter Kamera spiegelt auf Zuruf bestimmte Zusatzinformationen und andere Daten in Echtzeit auf das Glas der Brille. Man kann mit ihr außerdem navigieren, telefonieren, chatten, simsen, Infos zu Sehenswürdigkeiten oder über das Wetter abfragen oder Freunde in der Nähe suchen. Der Verkaufsstart von Google
Glass wird voraussichtlich nächstes Jahr erfolgen.

Auch der schwedische Möbelkonzern IKEA hat seinen Katalog für 2013 mit AR-Funktionen angereichert. Mit der von Metaio
entwickelten IKEA-App für iOS und Android-Geräte lassen sich zusätzliche virtuelle Inhalte erkennen. So werden Videos und Bildergalerien angezeigt, Designer-Geschichten erzählt und mit einem Röntgenblick-Feature kann man in die Möbel  hineinschauen oder sie aus dem Katalog in 3D „herauswachsen“ lassen.

Einige von Ihnen nutzen vielleicht auch bereits die AR-Apps Junaio, Layar oder andere auf Ihrem Smartphone oder Tablet. Diese Apps scannen die Umgebung ab und liefern Zusatzinformationen, wie den Hinweis auf eine U-Bahn-Station um die Ecke, welche Vorstellung in zwei Stunden im Theater in der Nähe gegeben wird und vieles mehr. Oder Sie haben eine App, die Ihnen die Planeten und Sternzeichen zeigt, wenn Sie das Smartphone auf den Nachthimmel richten.

Augmented Reality in der Kundenkommunikation
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Am PoS kann die Produktverpackung als Marker dienen und beispielsweise  zusätzliche audiovisuelle Erläuterungen oder Gebrauchshinweise zum Produkt bereitstellen oder den Inhalt der Packung darstellen. Das könnte beispielsweise die bildschirmbasierten Anleitungsvideos in den Baumärkten ablösen.

Weiterhin lassen sich mittels hinterlegter 3D-CAD-Daten Objekte wie eine dreidimensionale Couch direkt in Ihr eigenes Wohnzimmer platzieren – und dabei Farbe und Form nach Belieben ändern. Oder Sie setzen ein geplantes Haus in Echtgröße direkt in die reale Umgebung Ihres Grundstücks, sehen es mit dem Smartphone oder dem Tablet von allen Seiten an und gehen darum herum.
Die hinterlegten Daten müssen jedoch nicht statisch sein, sondern können auch interaktiv auf Berührungen reagieren. Sie tippen an einer bestimmten Stelle entweder auf das reale Bild, den Marker, also die gedruckte Zeitschrift, die Packung oder den Flyer und setzen etwas virtuell auf dem Bildschirm in Gang. Oder Sie tippen auf das virtuelle Bild auf dem Smartphone oder Tablet und starten damit eine Aktion.

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