Künstlerische Grafik einer Frau mit Einkaufstaschen Marketingkolumne DER Mittelstand. Ausgabe 04-17

Fotoshopping leicht gemacht!

Bilder sagen zwar nicht unbedingt immer mehr als Worte. Aber mit professionellen  Fotos, Illustrationen und Grafiken können Sie Ihre Online- und Printwerbung auf jeden  Fall deutlich spannender gestalten. Als Alternative oder zur Ergänzung von individuell  erstellten Material gibt es online eine Vielzahl kosten­günstiges und sogar kostenloses  Bildmaterial. Worauf Sie bei der Auswahl und Verwendung achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Google Bilder: Nur anschauen, aber nicht herunterladen!

Ja, es ist wirklich verführerisch: Die Google Bildersuche bietet zu jedem Thema eine unglaubliche Anzahl Motive. Und es ist kinderleicht, diese auf dem eigenen Rechner abzuspeichern und für die eigene Website oder ein Print-Produkt zu verwenden. Der Haken: Es ist nicht erlaubt! Um Bilder verwenden zu können, benötigen Sie die Erlaubnis des Erstellers, sonst kann dies für Sie sehr teuer werden. Mittlerweile machen die großen Fotoagenturen und ihre Anwälte unerbittlich Jagd auf widerrechtlich verwendetes Bildmaterial. Deren Suchroboter sind sehr effektiv und durchstöbern permanent das Internet. Da hilft es auch nicht, wenn man einfach den Dateinamen des „entwendeten“ Bildes ändert, denn es werden die Bildpixel analysiert.

Tipp: Nutzen Sie die Google Bildersuche lediglich zur Inspiration und erwerben Sie Bilder und Grafiken legal online bei Fotoagenturen und in Foto-Communities.

Und wenn Sie selber wissen wollen, ob beziehungsweise wo eines Ihrer Bilder unerlaubt online verwendet wird, können Sie dies ganz einfach kostenlos prüfen: Gehen Sie auf google.de, klicken auf „Bilder“ rechts oben und ziehen Sie dann Ihr Bild auf den leeren weißen Kasten. Danach erhalten Sie eine genaue Auflistung aller Seiten mit Ihrem Motiv.

Unterschied lizenzfreie und kostenlose Bildern

Grundsätzlich gilt: Jeder, der Texte, Grafiken, Bilder oder Fotos erstellt, ist deren Urheber und besitzt somit das Urheberrecht an diesen Werken. In Deutschland ist dies sehr umfassend gesetzlich geschützt. Das Urheberrecht ist nicht (!) übertragbar, allerdings können Nutzungsrechte kostenlos oder kostenpflichtig eingeräumt werden. Und manchmal wird die Verwendung auch an bestimmte Bedingungen geknüpft, wie zum Beispiel, dass die Veröffentlichung nur mit gut sichtbarem Copyright-Hinweis erlaubt ist.

Lizenzfreie Bilder

Lizenzfrei heißt, dass ein Bild für die uneingeschränkte Nutzung angeboten
wird. Dies kann kostenlos erfolgen, die meisten Anbieter erheben allerdings eine einmalige Gebühr, und der Nutzer darf dafür das entsprechende Bild dann so oft verwenden, wie er will. Dies ist auch der wesentliche Unterschied zu lizenzpflichtigen Bildern. Deren Nutzung ist meist nur für einen bestimmten Zweck und auch nur für eine definierte Zeit erlaubt.

Lizenzfreie Bilder dürfen kommerziell unter anderem verwendet werden

  • auf geschäftlichen Webseiten und Blogs
  • in Broschüren, Flyern, Katalogen, Magazinen
  • in Anzeigen und auf Plakaten

Einschränkungen: Der Weiterverkauf der Bilder und das kostenlose Anbieten auf anderen Webseiten ist meist untersagt, das heißt, die Bilder dürfen nur für die eigene Werbung genutzt werden. Lizenzfreie kostenpflichtige Bilder, Grafiken und Illustrationen gibt es beispielsweise bei den Fotoagenturen fotolia.com, istockphoto.com, shutterstock.com, aboutpixel.de, colourbox.de.

Das Handling ist bei allen Fotoagenturen vergleichbar einfach: Sie melden sich kostenlos an, wählen ein Bild in der gewünschten Auflösung, zahlen dieses online und können es dann sofort herunterladen. Um Bildideen zu sammeln, bieten einige Plattformen auch Leuchtkästen an, in die Sie Ihre Favoritenbilder abspeichern können, ohne diese zu kaufen. Diese sind mit Wasserzeichen geschützt, geben Ihnen aber die Möglichkeit, das Bild-material vor dem Kauf in der gewünschten Anwendung auf seine Wirkung zu testen.

Tipp: Jeder Bild-Anbieter hat individuelle Bestimmungen, diese sollten Sie vor der Nutzung gründlich lesen. So gibt es teilweise Auflagen für die Nutzung der lizenzfreien Bilder in Social-Media-Kanälen. Und auch die Nennung des Bildnachweises und des Fotografen wird unterschiedlich gehandhabt, einige Anbieter verzichten darauf, bei anderen ist es zwingend erforderlich.

Kostenlose Bilder

Viele Bilder gibt es online kostenlos, oft sogar von professionellen Fotografen. Aber: Auch wenn kein Geld für die Nutzung gezahlt werden muss, so ist die Verwendung oft an bestimmte Auflagen gebunden. Meist wird die Nennung des Urhebers gefordert oder bei der Verwendung online auch zusätzlich ein Backlink zum Ersteller. Und manche Anbieter untersagen die kommerzielle Nutzung ganz oder nur für bestimmte Produkte. Um keine Abmahnung zu riskieren, sollten Sie auch bei kostenlosen Bildangeboten immer die Nutzungsbestimmungen lesen.

Kostenloses Bildmaterial finden Sie unter: wikimedia.de, pixabay.com, pixelio.de, piqs.de, pexels.com

Tipp: Verzichten Sie zur Sicherheit bei kostenfreien Fotos auf Motive, bei denen Personen erkennbar sind. Denn oft ist es nicht klar ersichtlich, ob die abgebildeten Menschen eine Einwilligung zur Ver­öffentlichung gegeben haben.

4 Tipps zur Online-Bildersuche

Der Vorteil von lizenzfreien und kostenlosen Bilder ist auch der größte Nachteil: Sie können von jedem genutzt werden. Und so sieht man auf Webseiten und in Broschüren ganz unterschiedlicher Unternehmen immer wieder die gleichen Gesichter und Handshake-Motive.

Wenn Sie Bilder finden wollen, mit denen Sie Ihre Leistung positiv transportieren und sich gleichzeitig von Ihren Wettbewerbern abgrenzen, dann sollten Sie diese vier Tipps beherzigen:

1.

Nichts ist langweiliger, als Bilder, die zu nah am Thema sind. Suchen Sie nach spannenden Wort-Bild-Kombinationen und denken Sie um die Ecke: Welche ungewöhnlichen Schlagworte fallen Ihnen zu Ihrem Angebot ein, welches (überzeichnete) Problem haben Ihre Kunden, welche Reaktion wollen Sie auslösen, …

2.

Sehr ansprechend kann auch Bildmaterial in Ihren Firmenfarben wirken. Die meisten Bildagenturen haben entsprechende Filter. Experimentieren Sie mit verschiedenen Strukturen und Stilrichtungen.

3.

Nutzen Sie möglichst neues Bildmaterial, in einigen Fotoagenturen kann nach Erscheinungsdatum recherchiert werden.

4.

Haben Sie Mut zu ungewöhnlichen Perspektiven und Bildausschnitten.