Unternehmer läuft angestrengt im Hamsterrad

Never ending Story: Warum Ihre Webseite nie wieder fertig sein wird

Gute alte Zeit: Noch vor einigen Jahren erstellte man eine schicke Webseite, füllte sie mit Inhalten, stellte sie online – und machte dann einen dicken Haken „erledigt“ dahinter. Ab und zu wurde danach vielleicht noch ein Text ergänzt oder Bild ausgetauscht. Aber eigentlich war das Projekt durch, und man hat wieder einige Jahre Ruhe … Warum dieses Vorgehen heute die denkbar schlechteste Strategie und sogar absolut geschäfts­schädigend ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Google Updates: Bleiben Sie aktuell

Google beglückt Webseitenbetreiber regelmäßig mit neuen Updates, die alle possierliche Tiernamen tragen. Somit gelten immer wieder andere Algorithmen und Kriterien, nach denen Webseiten analysiert und in den Suchergebnissen platziert werden. Die wichtigsten Google-Updates der Vergangenheit waren:

  • Panda im Februar 2011, seitdem ist hochwertiger Content wichtig.
  • Penguin im April 2012, seitdem werden (gute) Backlinks bewertet.
  • Hummingbird im September 2013, seitdem ist „semantische Intelligenz“ ein Thema, d.h. Google interpretiert Suchanfragen, um die richtigen Antworten zu liefern und ermöglicht so auch auch Fragestellung per Spracheingabe.

Im Herbst 2014 erfolgte das letzte große Panda 4.1 Update und damit eine weitere Anpassung des Google Algorithmus. Die Konsequenz ist, dass Google sich bei Webseiten noch stärker als vorher den Inhalt sowie die Backlinks bzw. Linktexte der Seite anschaut. Ziel ist es, Webseiten mit zu wenig oder kopierten Inhalten aus den vorderen Plätzen der Suchmaschine zu verbannen.

Für Google steht nach eigenen Angaben dabei die Nützlichkeit von Inhalten für den Großteil der Nutzer im Vordergrund. Einfluss auf die Platzierung in der Suchmaschine haben jetzt u. a. folgende Faktoren:

  • Aktualität: Wie oft werden Inhalte auf der Webseite ergänzt oder neu erstellt?
  • Semantik: Wie relevant ist eine Webseite im Vergleich mit anderen zum Thema rankenden Seiten?
  • OnPage: Gibt es ausreichende Inhalte und sinnvolle Headlines? Werden Multimedia-Inhalte angeboten (Fotos, Filme, Musik, Animationen)?
  • Besucherverhalten: Wie lange bleiben die Nutzer auf einer Webseite und was machen sie?
  • Traffic: Wie viele Besucher hat eine Webseite?

Die Folge: Das, was vor kurzem noch gängige Praxis war, kann bei Google im nächsten Monat schon auf der schwarzen Liste stehen. Und eine Webseite, die jahrelang auf den vorderen Plätzen in den Suchergebnissen stand, findet sich plötzlich weit hinten wieder.

Die Lösung: Behalten Sie Ihre Webseite mit Hilfe von kostenlosen Analyse-Tools (z. B. piwik oder Google Analytics) immer im Auge, beobachten Sie u. a. die Platzierung in den Suchergebnissen sowie die Besucherzahlen. Und: sorgen Sie regelmäßig für neue interessante Inhalte!

Hacking-Attacken: Sorgen Sie regelmäßig für Sicherheit

Täglich werden Tausende von Websites gehackt. Mehr als die Hälfte aller Cyber-Angriffe weltweit betreffen nach Symantecs Internet Security Report dabei kleine und mittelständische Unternehmen. Ziel der Cyberkriminellen ist es z. B., Phishing-Seiten einzuschleusen, über die man Zugangsdaten/Bankdaten erlangen kann; Webseitenbesucher zum Download von versteckten Viren und Trojanern zu verleiten; eine Seite für den Spamversand zu missbrauchen.

Als Websitebetreiber sind Sie grundsätzlich für Ihren Webauftritt verantwortlich. Wird dieser gehackt, so müssen Sie die Sicherheitslücken umgehend schließen. Reagieren Sie nicht oder zu spät, kann Ihr Webhoster Ihre Webseite aus Sicherheitsgründen sperren.

Ein Grund für die steigende Zahl der Hackerangriffe ist die mittlerweile millionenfache Verbreitung von Open-Source-Lösungen wie z. B. Typo3, WordPress, Joomla. Mit ihnen können Webseiten einfach und kostengünstig erstellt werden, zudem bieten sie eine riesige Auswahl sinnvoller Features wie Blog- und Forensoftware, E-Commerce-Lösungen, Bildergalerien, Kalender, Social Networking u. v. m.

Die Programme und deren Plug-ins haben aber auch immer wieder neue Schwachstellen, die von Hackern aufgespürt und ausgenutzt werden. Doch die Entwickler steuern weltweit dagegen und veröffentlichen regelmäßig Updates, um bekannte Sicherheitslücken sofort schließen zu können.

Die Folge: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine veraltete Webseite gehackt wird. Und in der schnelllebigen Internetzeit kann das bei einem Webauftritt mittlerweile schon nach einem Jahr der Fall sein. Aktuell sollen ca. 75 % der WordPress-Installationen und über 90 % aller Joomla-Webseiten nicht auf dem neuesten Stand sein.

Die Lösung: Führen Sie Updates immer zeitnah durch, auch wenn dies mehrfach im Jahr der Fall sein sollte. Zudem sollten Sie Ihre Webseite auch regelmäßig darauf überprüfen, ob sie bereits gehackt wurde. Denn selbst die besten Vorkehrungen können Ihnen keine 100%ige Sicherheit vor Hacking bieten. Als Websitebetreiber merken Sie einen Angriff jedoch oft gar nicht oder zu spät. Ein kostenloses Tool, mit dem Sie Ihren Webauftritt auf Manipulationen sofort online checken und überwachen lassen können, bietet der Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. (eco): www.initiative-s.de

Claudia Mattheis

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