Corporate Publishing in digitalen Zeiten, So kommen Magazine von Unternehmen und Verbänden auf Tablet-PCs, Claudia Mattheis, mattheis. Werbeagentur

Corporate Publishing in digitalen Zeiten: So kommen Magazine von Unternehmen und Verbänden auf Tablet-PCs

Die Mediennutzung ändert sich gravierend, denn Tablet-PCs wie etwa das Apple iPad, das Samsung Galaxy Tab oder auch das Amazon Kindle HD erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: Bereits jeder achte Bundesbürger (13 Prozent) nutzt aktuell einen Tablet Computer. Das entspricht rund 9,1 Millionen Personen, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM im November 2012 ergeben hat. Danach besitzen 15 Prozent aller Männer und zehn Prozent aller Frauen ein Tablet. Die Verbreitung ist dabei unter 30- bis 44-Jährigen besonders hoch. Bereits jeder Fünfte unter diesen sei im Besitz eines Tablets. Bei der Altersgruppe der 18- bis 29-jährigen Deutschen seien es zehn Prozent. Die Über-60-Jährigen kommen immerhin noch auf einen Anteil von sechs Prozent.
Genutzt werden die Tablet-PCs bislang noch vorwiegend zu Hause zum Surfen, Shoppen und E-Mails versenden. Aber auch unterwegs löst das Tablet zunehmend den Laptop als mobilen PC ab.

Tablets verführen zum Lesen

Das Tablet wird zunehmend zum Lesen genutzt: Nach einer Studie der Association of Magazine Media („factbook 2012/13“) verbringen Nutzer von Tablets und E-Readern im Durchschnitt zwei Stunden pro Woche mit digitalen Ausgaben. Das sind 50 Prozent mehr als beim Lesen von Printmagazinen. Laut Verband Deutscher Zeitschriftenverleger lesen in Deutschland mittlerweile zwei Drittel aller Tablet-Nutzer ihre Zeitschriften auf dem mobilen Kleincomputer („3X3 ARGUMENTE-FILM“).
Immer mehr Verlage bringen daher ihre Publikationen zusätzlich als Ausgabe für Tablets heraus. Und auch Unternehmen und Verbände veröffentlichen zunehmend Online-Ausgaben ihrer verschiedenen Print-Publikationen. Doch macht es wirklich Sinn, Print-Inhalte eins zu eins zum Lesen auf dem Tablet bereitzustellen? Und welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, um Magazine und Broschüren digital zu publizieren?

Wie kommt die Print-Publikation auf das Tablet?

Grundsätzlich kann man zwischen zwei Formen unterscheiden, wie gedruckte Broschüren oder Magazine auf Tablet-PCs veröffentlicht werden können:
1. als PDF bzw. E-Paper, d.h. 1:1-Kopie der gedruckten Publikation
oder
2. als Magazin-App mit für Tablets angepasstem Layout und zusätzlichen multimedialen Inhalten sowie interaktiven Elementen

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Für welche Variante man sich entscheidet, hängt von vielen Faktoren wie z.B. Zielgruppe, Inhalte und natürlich auch dem Budget ab. Hier in Kürze die wichtigsten Fakten sowie Vor- und Nachteile:

 

Publikation als blätterbares PDF / E-Paper auf dem Tablet

Die einfachste Variante, eine bereits gestaltete Print-Publikation online zu veröffentlichen, ist sicher die digitale 1:1-Kopie in Form eines blätterbaren PDFs bzw. E-Paper.

Vorteile:
• schnell verfügbar
• kostengünstig, da kein Programmier- und Gestaltungsaufwand sowie meist geringe Softwarekosten
• kann direkt über eigene Website zum Download angeboten werden, d.h. unabhängig von App-Stores

Nachteile:
• Print-Seitenlayouts (meist A4) sind ungeeignet für die Darstellung auf Tablets, d.h. sie werden stark verkleinert und Details sind schlecht sichtbar
• Schriftgröße meist zu klein, d.h. Text kann meist nur mit Zooming-Funktion gelesen werden
• einige E-Paper laufen nur mit Flash und sind auf dem iPad nicht darstellbar
• Für Leser, die die Printausgabe bereits kennen, bietet sich kein Zusatznutzen

 

Publikation als eigene Magazin-App für Tablets

Wer die Möglichkeiten der neuen Tablets ausschöpfen und seinen Lesern einen wirklichen informellen Mehrwert bieten will, der sollte darüber nachdenken, eine multimediale Magazin-App zu entwickeln. Dies kann eine Weiterentwicklung des bestehenden Print-Titels sein oder sogar als völlig eigenständige und neue Online-Publikation erscheinen.

Vorteile:
• Layouts sind optimiert für Darstellung auf Tablets, d.h. Inhalte sind gut erkennbar und Texte optimal lesbar
• Lästiges Zoomen zum Lesen ist nicht notwendig
• Darstellung der Inhalte im Hoch- und Querformat möglich
• gute Navigation und Bedienbarkeit
• Inhaltlicher Mehrwert durch zusätzliche multimediale Inhalte wie z.B. Bildergalerien, 360 Grad Panoramen, drehbare Objekte, 3D-Animationen, Interviews, Töne, Musik, Film-Clips, Spiele, usw.
• Websites, Social Media-Anwendungen oder auch Shops können in die App integriert werden
• Interaktion und höherer Spaßfaktor sorgt für intensivere Nutzung durch den Leser
• höhere Werbe- und Imagewirkung
• Aktualisierung von Inhalten durch dynamisches Nachladen aus dem Internet möglich

Nachteile:
• zusätzlicher Gestaltungsaufwand zur Print-Ausgabe (wird aber deutlich reduziert, wenn Print- und Online-Ausgabe zusammen geplant und erstellt werden)
• zusätzliche Inhalte erforderlich (Bilder, Filme, Interviews, etc.)
• Publikation können bislang nur über Apple- oder Google-App-Stores veröffentlicht werden (bei kostenpflichtigen Publikationen erheben die App-Stores Provisionen, kostenlose Publikationen sind gebührenfrei)

Was ist wichtig bei der Planung von Magazin-Apps?

Die richtige Vorbereitung spart Zeit sowie Geld – denn Print- und digitale Publikationen können von Anfang an zusammen erstellt werden. Beim Planen der Printausgabe sollte daher auch immer schon überlegt werden, welche weiteren Inhalte für die Magazin-App sinnvoll sind. So kann z.B. bei einem Fototermin auch gleich ein Kurzfilm mit Interview oder ein 360 Grad Panorama der Location gedreht werden. Auch an zusätzliches Bildmaterial sollte rechtzeitig gedacht werden. Denn während man im Print-Titel aus Platzgründen nur eine begrenzte Anzahl von Fotos abbilden kann, ist in der App Platz für großformatige Bildergalerien und theoretisch Platz für unendlich viele Bilder.
Ideal und kostensparend ist es auch, wenn die Layoutdaten für die gedruckte und die digitale Publikation von Anfang an eine gemeinsame Basis haben und im gleichen Dateiformat angelegt werden.

Wie ist der Aufwand für die Erstellung von Magazin-Apps?

Der Aufwand für die Gestaltung einer digitalen Publikation ist vergleichbar mit dem für eine Drucksache. Durch Synergien bei Erstellung von Print- und Online-Ausgabe kann dieser jedoch deutlich reduziert werden.

Wichtig sind zudem Überlegungen, wie viele und welche Interaktionen und multimedialen Inhalte integriert werden sollen. Und für welche Ausgabegeräte die Magazin-App entwickelt werden soll, d.h. nur für das iPad oder auch für Android-Tablets und Smartphones.

Günstiger ist es zudem, wenn die Magazin-App nicht als einmalige Aktion geplant wird, sondern regelmäßig erscheint. Denn dann können bei der ersten Publikation Standards definiert werden, z.B. für das Layout, Bedienelemente oder Interaktionen, die dann für alle weiteren Ausgaben gelten.

Claudia Mattheis
Geschäftsführende Gesellschafterin mattheis werbeagentur gmbh
Artikel veröffentlicht am 4.02.2013 als „Thema des Monats“ auf www.verbandspresse.com, dem Presseportal für Verbände

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